Die ersten Apartment-Bewohner in NYC: Die Lenape Indianer

Viele von Ihnen kennen die Geschichte, dass die Ureinwohner von New York City die Insel Manhattan an die Holländer für nur $24 verkauft haben. Wir befassen uns nun näher mit dem faszinierenden Volk, das vor der europäischen Besiedlung hier lebte.

Lenape bedeutet "Mann" oder "Volk" in der Munsee Sprache, dem Dialekt der ersten New Yorker. Sie nannten das Gebiet Lenapehoking, was soviel wie "Ort, an dem die Lenape leben" bedeutet. Sie gehörten den Algonquin-Indianern an und nicht den Irokesen, die weiter nördlich das Gebiet beherrschten und gegen die Lenape kämpften. Schätzungen zufolge lebten bei der Ankunft der Holländer etwa 15.000 Indianer in der Gegend, die heute New York City ausmacht und weitere 30.000 – 50.000 im östlichen Connecticut als auch in New Jersey.

Sie wohnten in kleinen, vereinzelten und nahe verwandten Gruppen, also nicht in Stämmen, wie wir es in den Filmen aus Hollywood präsentiert bekommen. Jede Gruppe wurde von einem Häuptling angeführt. Sie zogen je nach Jahreszeit an verschiedene Orte. Während der Fisch-Saison wäre die Gruppe bis zum Herbst am Wasser, dann würde sie weiter im Inland Getreide ernten.

Die Ernährung der Lenape war reichhaltig und abwechslungsreich. Sie jagten Hirsche, Truthähne und anderes Wild. Zudem fingen sie sich Fische und Schalentiere am Hafen. Als die Europäer nach New York kamen, schrieben sie an ihre Familien zu Hause, es gäbe 30 cm große Austern und andere schmackhafte Schalentiere, die die Indianer aßen. Als sie ihre Fähigkeiten in der Landwirtschaft erweiterten, bauten sie Mais, Bohnen, Kürbisse, Sonnenblumen und vielleicht auch Tabak an. Wegen ihrer Wanderungen bauten Sie keine aufwendigen und schweren Lager, sondern konstruierten zum Schutz Longhouses. Sie wurden aus einigen Baumstämmen zu einer Reihe Bögen aufgestellt, die als Rahmen dienten. In einem Longhouse konnten bis zu 12 Familien Platz finden. Somit gilt dieser Bau als eins der ersten Apartmenthäuser in New York.

Die Frauen der Lenape genossen zwar viele Privilegien, die Rollenverteilung war jedoch sehr streng. Während die Männer fischen und jagen gingen, mussten die Frauen die Landarbeit besorgen und bei der Konstruktion der Longhouses mithelfen. Die Familien gehörten einem Klan an, den man bis zu einem gemeinsamen weiblichen Vorfahren zurückverfolgen konnte. Schlossen sich mehrere Klans zusammen, bildeten sie eine Phantry, der sie einen Namen wie z.B. Wolf gaben. Wurde ein Kind geboren, gehörte es der mütterlichen Phantry an.

Die verschiedenen Lagerstätten und bewirtschafteten Felder der Lenape wurden durch ein ausgedehntes Wegesystem verbunden. Viele dienten in der Kolonialzeit als Wege und anschließend als moderne Straßen. Beispiele hierfür sind Kings Highway, Flatbush Avenue, Jamaica Avenue und Amboy Road. Wenn ich meine Strecken für die Rundgänge näher untersuche, halte ich immer Ausschau nach Straßen, die nicht dem modernen Gittermuster entsprechen. Oft finde ich dann heraus, dass es sich um Verkehrsstraßen handelt, die ursprünglich die Lenape benutzten.

Leider gibt es heute keine Lenape Indianer mehr in New York City. Man kann jedoch einige Namen in der Stadt auf sie zurückführen: Canarsie, Gowanas, Rockaway, Masapequa, Hackansack, Merrick, Raritan.

Englischer Artikel von Tony the Tour Guy, übersetzt von Simona Schulze

Quelle des englischen Artikels: Edwin G. Burrows und Mike Wallace, GOTHAM, NY, Oxford University Press, 1999, S. 5-13.

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