Kleiner Leitfaden für den 5th Avenue Bummel

Money makes the World go round...

“When the going gets tough, the tough go shopping”, ist ein Slogan, den man hier in den USA oft auf T-Shirts findet. Damit auch Sie beim Weihnachtseinkauf in New York nicht schlapp machen, ist hier ein kleiner Leitfaden für einen Bummel entlang der Fifth Avenue in Midtown Manhatten. Zusammengestellt und koordiniert von unserer Korrespondentin in New York, Karin Bratone.

Mit Thanksgiving fängt alles an

Macy's Thanksgiving Parade, © U. Graeff, newyork.de
Macy's Thanksgiving Parade, © Ulrike Graeff, newyork.de

“Black Friday” nennt man im Volksmund den Freitag nach dem Thanksgiving Fest in den Vereinigten Staaten. Das traditionelle Erntedankfest wird immer am letzten Donnerstag im November gefeiert und der darauf folgende Freitag ist der offizielle Auftakt zur Christmas Shopping Season. Thanksgiving ist einer der wenigen Tage im amerikanischen Kalender, wo Business und Shopping keine Rolle spielen. Der gefüllte Truthahn mit vielen leckeren Beilagen wird im Kreis von Familie und Freunden verzehrt und Geschenke sind nicht angesagt.

(Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel über den Thanksgiving Day.)

Dafür aber fiebern die Geschäftsleute dem darauf folgenden Tag entgegen, dem Black Friday: er ist der umsatzstärkste Einkaufstag des ganzen Jahres! Für viele Retailer entscheiden die 30 Tage zwischen Black Friday und Weihnachten, ob sie ihre Schäfchen für das gesamte Jahr ins Trockene gebracht haben oder ob sie Verlust schreiben. Weil an diesem Tag die Bilanz vom Minus der roten Zahlen “ins Schwarze” kommt, nennt man ihn Black Friday.

Wenn auch Sie zur Sanierung der amerikanischen Wirtschaft beitragen möchten und einen vorweihnachtlichen Shoppingtrip in den Big Apple geplant haben, um hier ihre Weihnachtseinkäufe zu tätigen, dann sind Sie in ausgezeichneter Gesellschaft. Tausende Europäer freuen sich über den derzeit günstigen Dollarkurs, der viele Einkäufe in New York zu wahren Schnäppchen werden lässt – zumal Bekleidung und Konsumgüter in den USA ohnehin weitaus günstiger sind, als in Europa.

Weihnachtsshopping auf der "Fifth"

Die klassische Shoppingmeile schlechthin ist die Fifth Avenue im Abschnitt von der 47. bis zur 59. Straße. Zur Weihnachtszeit erstrahlt die „Fifth“ in einem atemberaubenden Rausch von Weihnachtsdekorationen und bunten Lichtern. Die Geschäfte überbieten sich gegenseitig im Kampf um die beste und aufwendigste Dekoration. Hunderte Santa Clauses in roten Kostümen, mit langem, weißem Bart und freundlichem Lächeln stehen in und vor den Geschäften. An den spektakulären Schaufensterdekorationen arbeitet ein Kreativteam im Verborgenen das ganze Jahr über! Streng geheim… Vor allem bei Sak's Fifth Avenue, Lord and Taylor and Macy’s stehen Erwachsene und Kinder mit großen Augen diszipliniert Schlange, um einen Blick auf die mechanischen Tableaus in den Schaufenstern zu werfen. Viele Szenen haben historischen oder futuristischen Hintergrund oder es werden Geschichten aus dem Märchenland nachgestellt. Aufwendig kostümierte, automatisierte Figuren bewegen sich zu Musik und die Kaufhäuser scheuen keine Kosten um den Titel der “ best windows” für sich zu beanspruchen.

Ein Beispiel gefällig?

Berührungsängste dürfen Sie beim Weihnachtsshopping in New York nicht haben: Menschenmengen mit großen Einkaufstüten füllen die Gehsteige und das gut gelaunte, aber hektische Nebeneinander von arbeitenden New Yorkern und kaufkräftigen Touristen aus aller Welt ist ein einmaliges Spektakel.

An jeder Ecke stehen lebensgroße Weihnachtsmänner (Santa Clause), Spielzeugsoldaten und Nussknacker. Über der Kreuzung der Fifth Avenue und der 57. Straße schwebt im Dezember eine gigantische beleuchtete Schneeflocke (The UNICEF snowflake) , ein Symbol für Hoffnung auf Frieden und für eine bessere Zukunft für Kinder aus aller Welt.

Los geht's an der Rockefeller Plaza

Eisbahn mit Prometheus, © U. Graeff, newyork.de
Eisbahn mit Prometheus, © U. Graeff, newyork.de

Der logische Beginn für einen Weihnachtsspaziergang auf der Fifth Avenue ist Rockefeller Plaza mit dem weltbekannten Eislaufplatz und dem riesigen Weihnachtsbaum. Die Lichter am Baum werden um den 1.Dezember eingeschaltet: ca. 1 Million Menschen drängen sich an diesem Tag in diesem Viertel, um “live” dabei zu sein. Der Eislaufplatz ist bereits ab Mitte Oktober in Betrieb. Scheuen Sie sich nicht und drehen Sie eine Runde... Schlittschuhe können Sie sich ausleihen und Sie werden sich immer daran erinnern, dass auch Sie inmitten von Wolkenkratzern in New York ihre Runden gedreht haben – ganz, wie in einem Woody Allen Film.

Vor Ort ist die atemberaubende Fahrt in die 67.Etage des TOP OF THE ROCK-Gebäudes ein absolutes MUSS. Die Aussichtsplattform im obersten Stock bietet den schönsten Blick über New York. Das Empire State Building, 16 Blocks entfernt im Süden, wirkt zum Greifen nahe. Tickets für die Aussichtsplattform Top of the Rock können Sie schon vor Ihrer New York-Reise im Newyork.de-Ticketshop bestellen.

Wenn Sie mit dem Expressaufzug wieder herunterkommen, versäumen Sie nicht einen Besuch bei ANTHROPOLOGY im Erdgeschoss des Rockefeller Centers. Ausgeflippte Damen-Bekleidung und ein ansprechendes Store-Design haben dieses Geschäft zu einem absoluten Hit gemacht.

Karin's Shopping-Tipps

Tree Sculpture in the MOMA Garden © Karin Bratone
Tree Sculpture in the MOMA Garden © Karin Bratone

Viele interessante Geschenke gibt es im Museum Store des METROPOLITAN MUSEUM OF ART direkt vor dem Eislaufplatz.

Gegenüber eine New Yorker Institution: SAK´S FIFTH AVENUE, ein gediegenes und teures Einkaufsparadies, in dem alle Nobelmarken vertreten sind. Drehen Sie eine Runde durch die gigantische Kosmetikabteilung im Erdgeschoss: übereifrige Damen und Herren der diversen Kosmetik-Firmen werden Sie großzügigst mit exklusiven Düften besprühen. Da hilft auch eine abwährende Handbewegung nichts. Eine gute Adresse für Design, Schmuck und schöne Dinge ist auch der Museums-Shop des MOMA auf der 53. Straße zwischen der 5th und 6th Avenue. Wenn Sie Ihr großes Scheckbuch mitgebracht haben oder die schwarze American Express Card, dann werden Sie bestimmt bei Cartier, Harry Winston, DeBeers oder Tiffany ein paar hochkarätige Mitbringsel finden, die jedes Frauenherz höher schlagen lassen.

Cartier © Karin Bratone
Cartier © Karin Bratone

Das historische CARTIER-Gebäude auf der 53. Straße ist selbst wie ein riesiges Weihnachtsgeschenk mit einer überdimensionalen roten Schleife eingepackt.

Sie erinnern sich bestimmt an die coole New Yorker Eleganz von Audrey Hepburn in „Breakfast at Tiffany’s “. Nun ja, frühstücken kann man leider bei dem bekanntesten New Yorker Juwelier nicht – aber dafür können Sie dort ein nettes Geschenk kaufen, übrigens zu durchaus erschwinglichen Preisen. Ein paar hundert Dollar und Sie bekommen eine Kombination von edlen Silberarmreifen. Im 2. Stock können Sie sich auch Ihre Initialen in den typischen silbernen Schlüsselanhänger gravieren lassen. Jedes Geschenk wird liebevoll im klassisch hellblauen Samtsäckchen mit schwarzem Tiffany Schriftzug verpackt – auch wenn es nur ein kleiner Silberlöffel ist.

Abercrombie & Fitch NY, © Karin Bratone
Abercrombie & Fitch NY, © Karin Bratone

Eine absolute “Muss”-Adresse für junge Europäer ist ABERCROMBIE & FITCH an der 57. Straße. Jede Woche kommen Gäste aus Europa und die meist allererste Frage an mich ist: „Wo ist bitte Abercombie & Fitch und wie komme ich da hin?” Gut gebaute, muskulöse Männer mit nacktem Oberkörper, lasziv an den Eingang gelehnt, bringen die Girls zum Kreischen. Dröhnende Musik und schwarze Beleuchtung gestalten den Einkauf dort für meinen Geschmack äußerst unattraktiv… aber (ich gestehe es ja) ich bin auch nicht die Zielgruppe für die überteuerte Jugendmode, die dort angeboten wird. Ab Mittag regulieren uniformierte Doormen den Einlass und die Schlange erstreckt sich oft um mehrerer Hauserblocks... the power of marketing...

Es gibt übrigens noch ein zweites A & F in New York am South Street Seaport, wo es meist (aber nicht immer) etwas ruhiger ist.

Wer Teamshirts von den Los Angeles Lakers, den New York Knicks oder den Chicago Bulls sucht, ist im NBA Store, dem offiziellen Geschäft der National Basketball Association, genau richtig. Man kann mit den Verkäufern über Basketball fachsimpeln; doch sollte man sich besser vorher über die verschiedenen Statistiken der Spieler informieren. Jeder Angestellte hat seine eigene Meinung darüber, wer in der kommenden Saison zum MVP (Most Valuable Player) erkoren werden wird und welches Team gute Chancen hat, in die Playoffs zu kommen. Mehrere Basketball-Körbe laden zum Dribbeln und Werfen ein und wer seinen Basketball “dunken” kann, darf mit einer Runde Applaus rechnen.

Vielleicht ist es jetzt an der Zeit für einen Drink an der Bar des elegantesten Hotels der Stadt, dem ST.REGIS HOTEL an der 55. Straße. In der KING COLE BAR wurde angeblich der "Bloody Mary" erfunden. Das riesige Wandgemälde des amerikanischen Künstlers Maxfield Parrish, nach dessen Titel die Bar benannt ist, könnte in jedem Museum hängen. Seitdem es nach einer sorgfältigen Restauration (Kosten beliefen sich auf $150.000) vor drei Jahren wieder in voller Farbenpracht hinter der Bar erstrahlt, ist die Welt des alten New Yorker Geldadels wieder in Ordnung. Dezente Täfelung aus Edelhölzern, Bartender, die wirklich ihr Geschäft verstehen und die edelsten Mixed Drinks formvollendet und stilvoll serviert vor den Gast stellen. Kurzum: eine Atmosphäre von Opulenz und Understatement zugleich, in der sehr wohlhabende Langzeitbewohner des Hotels, normale Hotelgäste und Touristen Zuflucht vor dem hektischen Treiben in Midtown suchen.

FAO Schwarz NY, © Karin Bratone
FAO Schwarz NY, © Karin Bratone

An der 59. Straße steht FAO SCHWARZ, das größte Spielzeuggeschäft der Welt.

Besonders bekannt für seine sensationelle Stofftierabteilung stehen dort Elefanten, Giraffen, Löwen, Panther und Nilpferde in (fast) Lebensgröße friedlich im New Yorker Großstadtdschungel. Leicht abgeschnuddelte und antike STEIFF Teddybären (mehrere hundert Dollars bis in die Tausende wert) blicken mit trüben Augen aus der Glasvitrine.

In diesem Spielzeug-Schlaraffenland gibt es Barbie Puppen, Playmobil, Transformer, Schneewitchen aus dem Disneyland, Momiji Celebration Message Dolls – und, wenn es etwas teurer sein darf – den BONZINI BABYFOOT BARBIE FOOTBALL TABLE um $2500 oder ein Zirkuskarussell um $9000. Für die lieben Kleinen ist eben nichts zu teuer.

Louis Vuitton NY, © Karin Bratone
Louis Vuitton NY, © Karin Bratone

An der 57. Straße, gegenüber von TIFFANY'S und BERGDORF GOODMAN, befindet sich der LOUIS VUITTON FLAGSHIP STORE, die größte Filiale von LV auf der Welt. Hier gibt es Handtaschen in edelstem Leder und klassischem Design. Nach dem Motto: „If you have to ask how much you probably can't afford it“.

Apple Store NY, © Karin Bratone
Apple Store NY, © Karin Bratone

Gleich daneben befindet sich der transparente Glaswürfel des 24/7 Apple Stores mit dem ikonischen Apple Logo. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche wird das Motto „Design is Life, communication is everything und Steve Jobs ist der Messiah“ gelebt.

Die vier Apple Geschäfte in Manhatten sind ein Mekka für Apple Fans aus aller Welt. Über eine Wendeltreppe aus Glas steigt man in das Untergeschoss hinab, wo kein Tageslicht das kommerzielle Wohlfühlambiente stört und wo es, wie in einem Spielkasino, immer Tag ist. Freundliche Kids aller Hautfarben in blauen T-Shirts sind die Mac Masters und es ist schwer, sie aus der Ruhe zu bringen. Nur die Besten werden angestellt.

Gerüchten zufolge ist es schwieriger einen Job in einem Apple Store zu bekommen, als einen Studienplatz auf der Harvard University.

Zum krönenden Abschluss des Tages sollten Sie sich noch einen Drink in der OAK BAR des PLAZA Hotels gönnen. Hier zahlt man am besten per “Charge It Please”... Dies wusste auch schon die kleine freche Göre ELOISE, die mit ihrer Gouvernante und ihrem Mops im Plaza Hotel wohnte und regelmäßig ihr Essen vom Roomservice bestellte. Eine beliebte Serie von Kinderbüchern dokumentiert Eloises zahlreiche Abenteuer im Plaza Hotel (zauberhaft illustriert von Hilary Knight). Jedes Kind in Amerika kennt das geflügelte Wort “charge it please”. Ein hübsches Portraitgemälde von Eloise hängt in der Lobby des Hotels.

Wenn Sie nach diesem ausgiebigen Shopping Bummel noch Lust auf eine urige New Yorker Bar haben empfehle ich Ihnen in die „Old Town Bar“ auf der 18. Straße zwischen Park Avenue South und Broadway. Grüßen Sie mir den Barbesitzer Gerard, denn diese Bar ist eine richtige Institution in New York und mein "alltime Favorite".

Have fun and I will see you in New York,

Ihre
Karin Bratone

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