New York im Laufschritt: Die optimale Vorbereitung auf den New York City Marathon

Laufen auf New Yorks Straßen ist beim jährlichen Marathon ganz ohne die traditionellen Taxi Cabs möglich.
Laufen auf New Yorks Straßen ist beim jährlichen Marathon ganz ohne die traditionellen Taxi Cabs möglich. Bild: Fotolia © Maridav


New York an einem Tag. Zu Fuß. Was sich ohne den richtigen Zusammenhang einigermaßen verrückt anhört, lockt jedes Jahr zehntausende Menschen an den Big Apple – die Möglichkeit, einmal den berühmten New York City Marathon mitlaufen zu können. Als eine der attraktivsten Laufveranstaltungen der Welt in einer der beliebtesten Städte der Welt, ist der Ansturm auf die Startplätze entsprechend groß. Wer hier teilnehmen will, braucht deshalb unter Umständen schon im Vorfeld gute Ausdauer.

Begrenzte Teilnehmerzahl

Knapp 40.000 Läufer bevölkern in jedem Jahr aufs Neue die New Yorker Straßen, wenn der Startschuss zum Marathonlauf ansteht. Eine beachtliche Zahl, die allerdings um ein Vielfaches größer sein könnte. Der Andrang auf die Veranstaltung ist derart groß, dass die Startplätze limitiert sind. Viele Läufer scheitern also bereits daran, gar nicht erst auf die Strecke zu kommen.

Es ist daher nicht nur empfehlenswert, sondern unerlässlich, sich frühzeitig über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren, doch noch an eine der begehrten Startnummern zu gelangen. Die grundlegenden Varianten sind:

•    Die direkte Bewerbung über die offizielle Seite des Veranstalters, was im Normalfall bedeutet, seinen Namen in einen Lostopf mit einer Menge anderer Bewerber zu werfen und auf das Beste zu hoffen. Allerdings gilt es auch hier, fix zu sein, denn das Anmeldefenster ist nur für einen recht begrenzten Zeitraum offen. Abgesehen davon ist die Teilnahme auf diesem Wege natürlich erstmal reine Glückssache.
•    Die andere Möglichkeit ist die Teilnahme über die Qualifikationszeit. Hierbei ist unter anderem zu beachten, dass es für diesen Weg einen eigenen Anmeldezeitraum gibt. Zudem sind die Zeitvorgaben nicht ohne: Männliche Startwillige zwischen 18 und 34 Jahren müssen die 42 Kilometer nachweislich in ordentlichen 2:53 Stunden bewältigen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zeitmessung nur bei einer Handvoll Rennen vollzogen wird, die allesamt ebenfalls in New York und Umgebung stattfinden.
•    Startplätze sind außerdem über die NYRR, die New York Road Runners erhältlich, allerdings dürfte das für Nicht-Amerikaner (und wohl auch für Nicht-New Yorker) mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein. Was nicht zuletzt daran liegt, dass eine Mitgliedschaft notwendig ist und eine garantierte Startnummer dann immer noch von der Teilnahme am speziellen „9+1 Program“ (alternativ das „9+1$ Program“) anhängt. Erforderlich sind demnach 9 erfolgreiche Teilnahmen an gewerteten Rennen und eine Freiwilligenhilfe bei einem NYRR-Event – oder eine Spende in Höhe von 1.000 US-Dollar an die NYRR Youth and Community Services-Programme.
•    Eine nur in Ausnahmefällen relevante Möglichkeit: Läufer, die in diesem Jahr bereits ihren 15. New York City Marathon absolvieren würden, dürfen auf jeden Fall starten. Sogar in allen folgenden Jahren.

Für sogenannte Non-U.S. Residents ist daher die beste Aussicht auf einen Startplatz, diesen über einen erfahrenen Reiseveranstalter zu buchen. Die verfügen üblicherweise über ein bestimmtes Kontingent an Startplätzen, was umgekehrt natürlich bedeutet, dass auch hier eine fixe Anmeldung gefordert ist.

Das hat unter anderem den Vorteil, die Organisation weitestgehend in die Hände fachkundiger Menschen geben zu können: Kein Losverfahren, keine Buchung von Flug und Unterkunft, dafür ein Rahmenprogramm vor Ort und häufig Ansprechpartner, die sich sowohl mit der Stadt als auch mit dem sportlichen Aspekt auskennen. Abgesehen davon ist man von Anfang an mit Gleichgesinnten unterwegs und hat schon Anschluss gefunden, bevor man den Fuß auf New Yorker Boden gesetzt hat.

Der Nachteil solcher Angebote ist allerdings oft der Preis, für eine Reise von 4 bis 5 Tagen müssen daher wohl um die 2.000 Euro einkalkuliert werden. Bedenkt man allerdings, dass schon das Startgeld für ausländische Starter bei 358 US-Dollar liegt (was etwas mehr als 290 Euro entspricht), sollte die Finanzfrage aber vielleicht besser zweitrangig sein. Das Erlebnis, dabei gewesen zu sein, ist ohnehin ganz ohne Zweifel unbezahlbar.

Ein durchdringendes Erlebnis

Die Aussicht, einmal den New York City Marathon bestreiten zu können, zieht alljährlich Zehntausende Läufer in die Stadt, die niemals schläft.
Die Aussicht, einmal den New York City Marathon bestreiten zu können, zieht alljährlich Zehntausende Läufer in die Stadt, die niemals schläft. Bild: © Touch / Fotolia


Einen großen Anteil daran hat sicherlich die Stadt selbst, deren Wolkenkratzer zwar mittlerweile von einzelnen internationalen Projekten übertroffen wurden, die aber immer noch eine höchst eindrucksvolle Kulisse bilden. Dazu kommen in jedem Jahr mehr als 2 Millionen Zuschauer, die die Läufer entlang der Strecke feiern und antreiben. Nicht zu vergessen die vielen Helfer, die es den Zuschauern nicht nur durch das Anreichen der Verpflegung in dieser Hinsicht gleichtun.

Kollektive Vorfreude

Außerdem sorgt alleine die Anzahl der Teilnehmer. Das Motto des New York City Marathons im vergangenen Jahr war nicht grundlos der Slogan „It will move you“. Denn selbst wer nicht zusammen mit einer Gruppe anreist, wird schnell die sich in der Stadt sammelnden Läufer bemerken, die am Vorabend gerne noch eine letzte Runde durch den Central Park drehen. Spätestens in den Bussen, die schon frühmorgens die Starter raus nach Staten Island bringen, dürften Energie, Anspannung und Vorfreude langsam ansteckend werden.

Das sollten sie vielleicht auch besser, schließlich stehen trotz der grandiosen Atmosphäre immer noch 42 Kilometer an, die erst einmal bewältigt werden wollen. Die gute Nachricht in dieser Hinsicht: Das Durchschnittstempo ist am Big Apple erfahrungsgemäß eher langsamer als bei anderen Stadtmarathons, was eben dem Umfeld geschuldet ist. Für viele Teilnehmer ist dieser Marathon eine einmalige Sache, auf die sie schon lange hin fiebern, entsprechend wollen sie dann möglichst viele Eindrücke mitnehmen.

Eindrücke vom 2017 TCS New York City Marathon

Quelle: www.youtube.com

Eine körperliche Herausforderung

Hier anzutreten, um persönliche Bestmarken zu unterbieten, ist deshalb aus vielerlei Gründen der falsche Ansatz – zumindest Hobby-Marathoni sollten sich vorher gut überlegen, wie ehrgeizig die Ziele sein sollen, die sie sich stecken. Ein weiterer Grund ist nämlich das Streckenprofil. Zwar ist New York nicht unbedingt für seine Hügel bekannt, das macht die Marathonstrecke aber nicht weniger anstrengend. Selbst diejenigen, die sich schon länger mit den Facetten des Ausdauersports und denen des Langstreckenlaufens im Besonderen auseinandergesetzt haben, sollten gewarnt sein:

•    Gestartet wird auf Staten Island, die Läufer selbst werden in mehreren Wellen auf die Strecke gelassen. Je nach Außentemperatur – der Lauf findet traditionell immerhin am ersten Sonntag im November statt – kann das Warten auf den Startschuss (die Anfahrt ist normalerweise zwischen 5 und 6 Uhr morgens, die letzten Läufer gehen aber erst gegen 11 Uhr auf die Strecke) bereits die erste Anstrengung für den Körper bedeuten.
Tipp: Da warme Kleidung für die Wartezeit durchaus empfehlenswert ist, für den Lauf aber eher hinderlich, sollten Teilnehmer auf verzichtbare Stücke zurückgreifen. Was vor dem Start nämlich nicht mit dem Laufbeutel abgegeben worden ist, muss entweder bis zum Ziel getragen oder im Startbereich zurückgelassen werden. Damit kann man aber immer noch einen guten Zweck erfüllen, die liegengebliebene Kleidung geht nach dem Einsammeln an Bedürftige. Weitere nützliche Tipps rund um den Marathon können auf Peterslaufblog mitgenommen werden.

•    Noch auf den ersten beiden Kilometern steht mit der Verrazano Narrows Bridge zwar ein erstes Highlight (es ist schließlich die längste Hängebrücke der USA) auf dem Plan, allerdings können die Teilnehmer hier auch gleich einen ersten Eindruck davon gewinnen, was sie auf dem Weg in Richtung Ziellinie im Central Park so erwartet: Es sind gerade die zu überquerenden Brücken, die im Verlauf des Rennens eine besondere Herausforderung darstellen. Dazu gehört beispielsweise die Queensborough Bridge, die Queens mit Manhattan verbindet und auf der zweiten Hälfte des Marathons noch einmal mit einer langgezogenen Steigung aufwartet.

Hinweis: Für die Versorgung der Läufer mit Flüssigkeit ist entlang der Strecke in ausreichendem Maße gesorgt, allerdings gibt es nur wenige Gelegenheiten, um an feste Nahrung zu kommen. An Meile 18 werden PowerGels gereicht, um den Teilnehmern über „The Wall“, die berüchtigte 20-Meilen-Grenze zu helfen, davor gibt es allerdings nur Getränke und danach erst wieder zwischen Meile 20 und 23 Obst. Da heißt es entweder haushalten mit den Kräften oder eigene Helfer einteilen, die unterwegs zusätzliche Verpflegung bereithalten. Ansonsten bleibt lediglich die Möglichkeit, Power-Riegel oder ähnliches selbst mitzuführen.

Am Ende aller Mühen wartet die Ziellinie inmitten von New Yorks grüner Lunge.
Am Ende aller Mühen wartet die Ziellinie inmitten von New Yorks grüner Lunge. Bild: © Tierney / Fotolia


Der Lohn der Strapazen lässt sich aber schon aus diesen wenigen Anmerkungen herauslesen. Beim New York City Marathon ist es wirklich möglich, die Stadt an einem einzigen Tag – genau genommen, in ein paar wenigen Stunden – fast vollständig zu erkunden. Von Staten Island über Brooklyn, Queens, die Bronx bis hinein ins Herz von Manhattan führt die Strecke und damit durch alle fünf großen Stadtgebiete. Dafür lohnt es sich am Ende dann doch, die Anstrengungen dieses einzigartigen Marathons auf sich zu nehmen.

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