German Food, Beer & Wine

Welche deutschen Speisen und Getränke die New Yorker besonders mögen

Wie heißt das Lieblingsgericht der Amerikaner? Jedem fällt als Antwort auf diese Frage sofort „Hamburger“ ein – und denkt unweigerlich dabei auch an die deutsche Hansestadt Hamburg. Aber ob der Hamburger tatsächlich seinen Ursprung in Deutschland hat, ist nicht sicher. Trotzdem: Die Amerikaner lieben „German Food“. Klingt logisch, denn was des Deutschen Grillparty ist des Amerikaners „BBQ“. Und was mögen die Amis noch so? Ein Blick nach New York gibt uns Antworten.

 

St. Louis im Jahr 1904: Deutsche Einwanderer aus der Hansestadt Hamburg verkaufen auf der Weltausstellung erstmals Hackfleischbrötchen unter dem Namen „Hamburg“. Eine andere Geschichte besagt, dass Hamburger bereits 1885 in der Nähe des amerikanischen Städtchens Hamburg im Bundesstaat New York auf einem Jahrmarkt angeboten wurden. Die New Yorker glauben fest an diese Theorie und sehen den Ursprung des Hamburgers in ihrem Staat. Aber bereits 1842 tauchte in einem amerikanischen Kochbuch das Rezept „Steak nach Hamburger Art“ auf, was sich auf die deutsche Stadt bezog. Was stimmt denn nun?

Die New Yorker Legende wird vielfach angezweifelt, obwohl der Bundesstaat sogar offiziell damit wirbt, dass das amerikanische Nationalgericht in der kleinen Stadt bei New York erfunden wurde. Die deutsche Herkunft des Hamburgers scheint also näher an der Wahrheit zu sein.
Dass die Amerikaner Deutsches Essen mögen, ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen. Wer in New York nach typisch deutschen Speisen sucht, wird fündig: In Restaurants, bei Imbissbuden, in Supermärkten, aber auch in Metzgereien. Nicht zu vergessen: Auch deutsches Bier mögen die New Yorker, und Wein aus dem deutschsprachigen Raum ist zumindest mal ein Geheimtipp unter New Yorks Weinkennern.

Deutsche Einwanderer brachten bereits im 19. Jahrhundert deutsche Kultur und Lebensart nach New York. Davon ist heute aber nicht mehr viel übriggeblieben. Vor kurzem schloss die letzte deutsche Bäckerei im Stadtteil Yorkville nach 116 Jahren. Dort gab es neben vielen weiteren deutschen Spezialitäten wie Bienenstich und Schwarzwälder Kirschtorte auch das hierzulande als „Amerikaner“ bekannte Gebäck, das vor gut 100 Jahren erstmals in dieser Bäckerei entstanden sein soll.
Mit Deutschland verbinden viele Nationen heute vor allem bayerische Spezialitäten wie Schweinsbraten, Sauerkraut und Bier. Und letzteres sucht man in New York keineswegs vergeblich, im Gegenteil.

Oktoberfest in New York

Wer beispielsweise aus Bayern nach New York reist, braucht auf Biergärten nicht zu verzichten. Im East Village treffen wir auf einen Biergarten mit einem typisch deutschen Namen: Zum Schneider Biergarten, gegründet von – wie sollte es anders sein – einem deutschen Einwanderer aus Bayern namens Sylvester Schneider, der vor knapp 20 Jahren mit der Idee eines deutschen Biergartens den New Yorkern seine Heimatverbundenheit demonstrierte. Mit Erfolg: Hierher kommen viele Einheimische und erfreuen sich an Haxen, Spanferkel und Andechser Bier vom Fass. Und wenn Einer Oktoberfest in New York kann, dann er. Am East River veranstaltet er schon seit 5 Jahren ein zünftiges Oktoberfest mit allem Drum und Dran. Aber nicht nur bayrisch geht’s beim Schneider zu, auch der Kölner Karneval hält Ende Februar bei ihm Einzug. „German as German can be“ kann man da nur sagen.

„Kölsch“ geht es in Brooklyn zu. Die einstige „Kölner Bierhalle“ wurde inzwischen internationaler und heißt fortan „Kings Beer Hall“. Trotzdem wird neben vielen anderen internationalen Biersorten natürlich auch Kölsch serviert. Ein Blick auf die Bierkarte lässt Bierfreunde ins Schwärmen geraten: Von verschiedenen Kölsch-Sorten bis hin zu Budweiser, Irish Ale, deutschem Bockbier sowie Krombacher und Münchener Hofbräu ist alles dabei.

Würstchen, Kartoffelsalat und neben deutschem Bier wie Warsteiner und Köstritzer auch mal einen Jägermeister oder Kümmerling bekommt man im „Lederhosen“ im West Village in Manhattan. Das Lokal legt Wert auf Authentizität und günstige Preise.

Das „Heidelberg“ ist eines der ältesten familiengeführten deutschen Lokalitäten in New York. Bereits in dritter Generation werden hier deutsche Spezialitäten wie Käsespätzle, Kassler Rippchen, Jägerschnitzel und auch „Pretzel“ serviert. Luise Edler kaufte das Lokal 1964, Tochter Eva Matischak führte es später weiter, bis es von Luise Edlers Enkel Andreas übernommen wurde. Yorkville, Manhattans Upper East Side, beherbergte früher eine ganze Reihe deutscher Restaurants, von denen nur noch das „Heidelberg“ übriggeblieben ist

New York und Wein – Kenner wissen, wo es die edelsten Tropfen gibt

Wer glaubt, dass in New York nur deutsche Klischees bedient werden, der irrt. Nicht nur Haxen, Lederhosen und Weißbier sind angesagt, sondern in gediegenerer Atmosphäre darf es auch ein Gläschen Wein aus deutschen Landen sein. Zwei Weinlokale gehören in New York zu den Top-Adressen: Die Aldo Sohm Wine Bar in der 51. Straße sowie das Michelin-Restaurant Le Bernadin, das ebenfalls von dem aus dem österreichischen Tirol stammenden Sommelier Aldo Sohm in seiner Funktion als Weindirektor betreut wird. Er hat sich im schnelllebigen New York gerade dem Getränk gewidmet, für das man am meisten Zeit benötigt. Die fehlt den New Yorkern zwar, dennoch versucht er, seinen Stammgästen gerade die Weine zu servieren, die von kleinen Weinbauern stammen und die es gilt, erst einmal entdeckt zu werden. Auf der Weinkarte seiner Wine Bar findet man neben erlesenen Champagner Sorten auch Riesling und Spätburgunder von der Mosel und Grünen Veltiner aus seiner Heimat, von den New Yorkern „Crooner“ genannt und dort seit einigen Jahren absolut trendy. Sohm produziert in Kooperation mit seinem Landsmann, dem Winzer Gerhard Kracher, sogar selbst seit 2009 Grünen Veltiner und hat inzwischen 4 Sorten im Angebot. 

German meat tastes delicious

Wer in New York nicht immer ausgehen möchte, vielleicht sogar als Deutscher dort lebt und gern auch mal deutsche Gerichte zuhause selber zubereiten möchte, hat es nicht immer leicht, an die passenden Zutaten zu kommen. Eine deutsche Bäckerei gibt es ja nun nicht mehr, aber ein Butcher namens „Schaller & Weber“ bietet „German Sausage“ vom Feinsten. Ferdinand Schaller begann vor fast 100 Jahren in Stuttgart, als Metzger zu arbeiten. Er siedelte nach New York über und lernte dort Tony Weber kennen, mit dem er 1937 die gemeinsame Metzgerei in der Upper East Side von Manhattan eröffnete. Ferdinand Schallers Enkel Jeremy leitet heute die Metzgerei, zu der auch eine eigene Lokalität namens „Schallers Stube“ gehört. Zum Angebot gehören „Sausages“, Salami und Landjäger sowie „Bacon“.

Auch in der Fairway Supermarktkette wird man mitunter fündig, wenn man Lebensmittel aus verschiedenen Nationen sucht. Hier soll es auch schon mal deutsche Marken wie Milka und Bahlsen sowie Kohlrabi in der Gemüseabteilung geben.

Deutsche Geschäfte und deutsche Restaurants gibt es nicht nur in New York. Fast überall in den Vereinigten Staaten trifft man auf traditionsreiche Läden mit deutschen Wurzeln. New York ist jedoch für deutsche Tradition am besten bekannt. Allein durch das einst existierende „Kleindeutschland“ in der Lower East Side in East Village herrschte reges Treiben in deutschen Geschäften und Restaurants. Zwar kann man in der Nähe des Washington Square Parks in Manhattan an einer Häuserfassade die Aufschrift „Deutsch-amerikanische Schützen Gesellschaft“ lesen, aber das ist auch schon alles, was noch an Kleindeutschland erinnert. Ein Großbrand im Jahr 1911 machte den damals dort lebenden Deutsch-Amerikanern den Garaus. Ein Ausflugsschiff auf dem East River brannte lichterloh und riss über 100 Menschen in den Tod. Für die Hinterbliebenen gab es keinen Halt mehr, sie zogen nach und nach weg, und Kleindeutschland verschwand mit all den deutschen Geschäften, Bars und Restaurants.

Typisch Deutsch kann es auch in der Vorweihnachtszeit in New York zugehen. Jedes Jahr reist Ingo Bergmann aus Oldenburg kurz vor Weihnachten an, um in Manhattan Nürnberger Lebkuchen, Spekulatius und Christstollen zu verkaufen. Der absolute Verkaufsschlager des deutschen Bankers auf Manhattans Weihnachtsmärkten ist aber „German Bratwurst“. Zum Glühwein trinken musste der Betreiber der vier Buden unter dem Label „German Delights“ die New Yorker aber erst einmal überzeugen. Der verkauft sich aber inzwischen auch sehr gut, obwohl er dort nur ohne Alkohol verkauft werden darf.

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